Der Poolstundenplan
Erfahrungen zum Poolstundenplan, von Katharina Zehnder
Im Frühling 2004 hat der ais-Vorstand über die Einführung des Poolstundenplanes
für die Unter- und Mittelstufe berichtet. Als Vorstandsmitglied wollte ich
sofort selber testen, was sich durch dieses Modell an meinem
Instrumentalstundenplan verbessern liesse.
Möglichkeiten der Primarlehrkräfte
Ich unterrichte in Niederrohrdorf ein Pensum von ca. 13 Stunden. Bisher gab das
drei sehr lange Nachmittage, die sich meist bis spät in den Abend
hineinzogen(15.15- 20.00).
Nachdem ich mit dem Schulleiter Kontakt aufgenommen hatte, gab dieser mir die
Möglichkeit an einer Stundenplankonferenz den Lehrkräften das Modell und meine
Anliegen vorzustellen.
Zwei Wochen vor den grossen Sommerferien bekam ich einen grossen Teil der
Stundenpläne mit eingezeichneten Poolstunden zurück. Diese habe ich dann im
Lehrerzimmer auch für alle anderen InstrumentallehreInnen zur Einsicht
aufgelegt.
Es gab Klassenlehrkräfte, die signalisiert haben, dass sie lieber bei konkreten
Stundenplanproblemen behilflich sein möchten. Leicht umsetzbare Vorschläge waren
der Gruppenwechsel eines Instrumentalschülers im Halbklassenunterricht oder das
Nacharbeiten in einer zusätzlichen Halbklassenstunde. Ein Lehrer bot sogar an,
in seiner Vorbereitungsstunde von 7:20 bis 8: 10 einem Kind im Klassenzimmer zur
Verfügung zu stehen. Für diesen Lehrer ist es aber wichtig, dass die Poolstunde
immer am selben Ort im Stundenplan kompensiert wird. Das Kind muss auch selber
an seinen Instrumentalunterricht denken. Die Lehrperson soll sich
verständlicherweise während des Unterrichtes nicht noch gedanklich mit den
Spezialstundenplänen einzelner SchülerInnen beschäftigen müssen.
Ich habe weiter erfahren, dass auch die Realschule Halbklassenunterricht kennt.
Ein Gruppenwechsel könnte also auch bei diesen OberstufenschülerInnen eine
mögliche Flexibilität im Stundenplan bringen.
Dank der Mithilfe der Lehrkräfte der Unter- und Mittelstufe brachte ich es dann
zum ersten Mal fertig an einem Vormittag von 8:20 bis 12:10 unterrichten zu
können. Ich habe zwar immer noch von 9:00 bis 10:10 eine Pause, benütze diese
aber zum Vorbereiten oder eigenen Üben. Durch diesen Morgen konnte ich mein
Pensum in 2 Tagen unterbringen.
Teilnahme an der Stundenplankonferenz
Ich möchte alle KollegInnen ermuntern möglichst frühzeitig den Kontakt mit der
Schulleitung und den Klassenlehrkräften aufzunehmen (Die Stundeplankonferenzen
finden vielerorts im Mai statt). Ich selber habe viel Verständnis und
Kooperation erfahren und ich hoffe, dass der integrierte Instrumentalunterricht
in vielen anderen Schulhäusern auch ein Thema wird. Es ist nötig, dass wir
Erfahrungen sammeln: über den relativ einfachen Gruppentausch eines Schülers
oder Schülerin bis hin zum gestaffelten Poolstundenplan, den ein Stundenplaner
für die InstrumentalschülerInnen ausarbeitet. Letzteres lässt sich natürlich nur
bei grösseren Schülerzahlen und genügend Unterrichtsräumen realisieren.
Spätestens aber bei der Einführung von langen Blockzeiten oder der
Tagesstrukturen werden wir dringend ein brauchbares Modell für die integrierten
Instrumentalstunden benötigen. Ansonsten könnten diese ganz in die Abendstunden
abgedrängt werden. Der Poolstundenplan wäre ein gutes Modell.
Der Unterricht am Musikinstrument ist im Schulalltag eine wertvolle Zäsur. Die
positiven Auswirkungen des Musizierens auf das Verhalten und die Leistungen von
SchülerInnen sind uns Musikern schon längst bekannt (H.G.Bastian) Diesen Wert
müssen wir noch vermehrt in der Schule und im Elternhaus bekannt machen.