Jahresbericht des Co-Präsidenten
z. H. der Generalversammlung vom Samstag, 29. 10. 2005, in Aarau
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen
Wir alle wissen und spüren: Der Schulbetrieb durchlebt gegenwärtig turbulente Zeiten. Da ist es wichtig, dass die Lehrpersonen für Schul- und Instrumentalmusik im Aargau die Partitur, die das BKS vorgibt, gut kennen, um erfolgreich mitspielen zu können und sie zu unseren Gunsten zu verbessern.
Der Vorstand des ais hat ein erstes Jahr in seiner neuen Zusammensetzung bestanden. Die Stimmung im Team ist sehr gut, wir ergänzen einander bestens. Die Chargen sind wie folgt verteilt:
| Beatrix Brünggel | Meisterschwanden | vertritt den ais nach aussen, Co-Präsidentin |
| André Froelicher, | Erlinsbach | Co-Präsident, Schriftenverkehr |
| Regula Hauri | Lenzburg | Kasse und Öffentlichkeitsarbeit |
| Jürg Hochweber | Wettingen | Internetauftritt, Protokoll |
| Gabriel Imthurn | Küttigen | Schulmusik und KMA |
| Katharina Zehnder | Niederrohrdorf | Aktuarin (Mitgliederbetreuung und Organisation) |
Hauptthemen unserer 12 Vorstandssitzungen waren:
1.
GAL-Umsetzung: Unsere Anstellung mittels befristeter und
unbefristeter Rahmenverträge führte anfangs zu vielen
Ungereimtheiten. Inzwischen haben sich verschiedene Grauzonen unseres
Anstellungsrechts in unserem Sinne gelichtet. Unklarheiten bestehen
aber weiter: Was ist zu verstehen unter unterrichtsfreier
Arbeitszeit? In welcher Form sind wir in die wünschenswerten
Rahmenaktivitäten einer Musikschule einzubinden? Vermehrt
stellen sich gegenwärtig die entsprechenden Fragen der
GAL-Umsetzung auf kommunaler Musikschulbasis. Einseitige und
unausgewogene Reglementsanpassungen müssen vermieden werden. Da
ist mancherorts auf Arbeitgeberseite grosses Unverständnis für
unsere spezielle Situation mehrerer gleichzeitiger Arbeitgeber im
Teilzeitverhältnis zu finden. Man erwartet von uns den
Hans-Dampf-in-allen-Gassen. Doch: In den Gassen musizieren wir nur
für die Terre des hommes, Dampf ist ein schlechter Bläser
und Hans heissen die wenigsten von uns. So erklärt, dürfte
es den Musikschulleitern und –kommissionen leichter fallen, das
richtige Mass an gemeinsamer Zusammenarbeit festzulegen. Die
unterrichtsfreie Arbeitszeiterfassung im Instrumentalunterricht und
eine korrekte Zeitplanung gemeinschaftlicher Projekte sind dem
ais-Vorstand grosse Anliegen. Wir bitten unsere Mitglieder ihre
entsprechenden Erfahrungen und Bemerkungen an uns weiterzuleiten. Im
alv haben wir zudem einen kompetenten Partner in allen Rechts-
und Schulfragen.
2. Lohnklage: Im Dezember 2004 hat der Vorstand des ais kurzfristig eine Briefvorlage z.H. der Schlichtungskommission bereitgestellt mit dem Ziel, möglichst vielen Mitgliedern eine persönliche Eingabe bei der Schlichtungsstelle zu erleichtern. Beachtenswert viele haben davon Gebrauch gemacht. Termingerecht erfolgte alsdann die Ausarbeitung der Lohnklage (Normenkontrollverfahren) mit dem Rechtsvertreter des alv, Herrn Dr. iur. Guido Fischer, Aarau. Die detaillierte Klageschrift weist in mehreren Punkten nach, dass die vom BKS erfolgten Lohnberechnungen gründlich inkompetent, nachlässig und falsch vorgenommen worden sind. Gegenwärtig ist unsere Eingabe vor dem kantonalen Verwaltungsgericht abgeschlossen; dieses erwartet nun bis zum 16. November die Antwort des Regierungsrates. Ich verheimliche nicht die genüssliche Feststellung, dass der Kanton seine erste Eingabefrist (wiederum) verpasst hat einzuhalten.
3. Öffentlichkeitsarbeit ist ein wesentlicher Teil unseres Engagements, für uns als Musikerinnen und Musiker offensichtlich. Nicht nur nach Innen, als Verein, auch und insbesondere bei den Behörden ist es wichtig, uns entsprechend zu positionieren und auf unsere berechtigten Anliegen und Forderungen aufmerksam zu machen. Immer wieder.
Vermehrt wollen wir auch auf die Leistungen von uns Musiklehrpersonen im Konzertbetrieb des Kantons Aargau hinweisen, gemäss unseren Statuten, Art. 2: „Der ais … unterstützt die kulturelle Entfaltung seiner Mitglieder.“ Wie viele Konzerte können nur dank unserer Mitgestaltung stattfinden und wie oft ist diese nicht entsprechend honoriert?! Unser Arbeitseinsatz ist damit zu einem beachtlichen Teil ehrenamtliche Arbeit für die Gemeinschaft. Da müssen wir nichts verstecken!
Am 20. August fand ein ganztägiger Kick-Off Workshop zum Thema „Kommunikation – eine faszinierende Partitur“ statt. Diese von Stephan Keller, Kommunikationsberater, Herausgeber der Musikzeitschrift „PanOhrama“, Vorstand der Musikschule Baden und Grossrat, professionell geleitete Tagung über Medien- Lobbyingarbeit ist vom Vorstand des ais sehr detailiert geplant worden. Dazu eingeladen worden sind alle Mitglieder des ais, der Präsident des alv, Nick Stöckli, und der Vorstand des VAM. Ziel war es einerseits, die Marschrichtung für die Zukunft aufzuzeigen und andererseits ein gemeinsames Handeln aller am Musikunterricht beteiligten Kräfte für die musikalische Bildung in der Schule einzuleiten. Eines der allseits angestrebten Ziele ist, dass der Kanton Instrumentalunterricht auch für PrimarschülerInnen im Rahmen eines erweiterten Freifach-angebotes ermöglichen soll, wie er auf der Oberstufe seit hundert Jahren besteht.
Weitere Projekte:
In einigen Gemeinden ist auch der Poolstundenplan auf das laufende Schuljahr hin neu eingeführt worden. Damit profitieren die Musiklehrpersonen von verbesserten Unterrichtszeiten. Wir hoffen, dass alle diese Neuerungen nutzen und den grossen Aufwand, um dieses Projekt einzuführen, schätzen.
Wir verweisen auch hier wieder auf unsere Erfolge beim BKS in der Begabtenförderung und laden alle interessierten Instrumentalmusiklehrpersonen ein, sich auf unserer Homepage im Detail über die bestehenden Möglichkeiten zu orientieren. Zugegeben, der Aufwand für einen erweiterten Unterricht ist berichtlastig, aber er lohnt sich.
Ein weiteres Aktionsfeld bildet der freiwillige Stufentest. Hier will der ais das Heft in der Hand behalten. Wir bringen uns auch ein in die Arbeitsgruppe des VAM. Der partnerschaftliche Aufbau des jahrelang erprobten und geschätzten Modells der Musikschule Brugg soll in einen aargauischen, vom BKS gestützten freiwilligen Stufentest münden.
Eine Arbeitsgruppe Schulmusik thematisiert gegenwärtig die moderne Frage allgemeiner Standards an der Bezirksschule. Dazu ist an alle Bezirksschulen eine Umfrage zu den relevanten Themata im Fach Musik versandt worden. Wir erwarten ein ausführliches Feedback.
Ein neues Diskussionsforum im Internet ist kürzlich gestartet worden: Die Plattform Schulmusik, bearbeitet und gehostet von Gabriel Imthurn, besitzt viel Potential, wenn die Schulmusikerinnen und Schulmusiker diese Ebene der Kontaktpflege und der Arbeitsvorbereitung nutzen wollen (Austausch und Weiterentwicklung von Unterrichtsmaterialien in Musiktheorie sowie Songliteratur und –bearbeitung). Den entsprechenden Link finden Sie auf unserer Homepage.
Einiges ist im Fluss. Verschiedenes zu unserem Vorteil errungen.
Gescheitert ist hingegen der Einbezug des Instrumentalunterrichtes an der Primarschule im Rahmen der Aufgabenteilung Kanton–Gemeinden (GAT III). Wir forderten und fordern weiterhin:
Das Freifach Instrumentalunterricht muss auch für PrimarschülerInnen angeboten werden.
Die Anstellung der Instrumentallehrpersonen muss analog der übrigen Lehrerschaft erfolgen (einheitliche kantonale Besoldung).
Im Rahmen der Strukturreform und damit einer verlängerten Primarschulzeit auf 6 Jahre stellt sich diese Frage erneut und mit letzter Dringlichkeit.
Ein kurzer Ausblick auf weitere kommende neue Grossprojekte des BKS (Promotionsordnung, Strukturreform, Pensionkasse, …) zeigt, dass der Vorstand des ais auch in Zukunft stark gefordert sein wird. Wir sind alle willens, einen grossen Arbeitsaufwand im Interesse der Musikbildung für unsere Schülerinnen und Schüler, aber auch für unsere berechtigten Anliegen als Lehrpersonen im Schulbetrieb Aargau zu leisten, und danken für Euer geschätztes Vertrauen.
André Froelicher, Co-Präsident
28. Oktober 2005